{"id":363,"date":"2014-06-06T21:44:09","date_gmt":"2014-06-06T19:44:09","guid":{"rendered":"http:\/\/metaversa.de\/web\/?page_id=363"},"modified":"2014-06-06T21:44:09","modified_gmt":"2014-06-06T19:44:09","slug":"fernsehen-macht-geschichte","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/metaversa.de\/web\/projekte\/medien\/fernsehen-macht-geschichte\/","title":{"rendered":"Fernsehen macht Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Projektwoche zum kritischen Umgang mit Medien<\/strong><\/p>\n<p>24.-28. September 2012 an der Melanchthon-Schule in Berlin-Hellersdorf<\/p>\n<p>Kurzbeschreibung<\/p>\n<p>In der Projektwoche erforschen die Sch\u00fclerInnen den Einfluss des Fernsehens auf gesellschaftliche und historische Entwicklungen. Sie nehmen dabei den Zeitraum der letzten 50 Jahre in Deutschland in den Blick und wagen ebenso einen Ausblick in die Zukunft des Fernsehens.<\/p>\n<p>Gearbeitet wird in Teams von 6 &#8211; 8 Sch\u00fclerInnen, die von einem Medienp\u00e4dagogen\/einer Medienp\u00e4dagogin betreut werden. Jedes Team widmet sich einem anderen signifikanten Entwicklungszeitraum des Fernsehens. Aus den recherchierten Informationen, selbst gedrehten Spielszenen, Filmcollagen und Interviews mit ExpertInnen entstehen kurze Filme, die am letzten Tag in einer eigenen Sendung bei ALEX TV, dem Offenen Kanal Berlin pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n<p>Ziele der Projektwoche<\/p>\n<p>Erwerb von Medienkompetenz anhand des Kennenlernens der Wirkungsweise von Medien<br \/>\nReflexion der Funktion und Bedeutung der Medien in der Gesellschaft<br \/>\nEntwicklung einer kritischen Wahrnehmung von Fernsehen<br \/>\nAnalyse von Mechanismen zur Medienmanipulation<br \/>\nEinordnung geschichtlicher Ereignisse in Bezug<br \/>\nGestaltung von Fernsehbeitr\u00e4gen und einer eigenen Fernsehsendung inklusive der selbst\u00e4ndigen Planung und Recherche<\/p>\n<p>Durchf\u00fchrung<\/p>\n<p>Die f\u00fcnft\u00e4gige Projektwoche findet vom 24.-28. September 2012 vor Ort in der Schule statt. In einem Gespr\u00e4ch im Vorfeld wird den Sch\u00fclerInnen Gelegenheit gegeben, eigene Sichtweisen und Interessen zum Thema einzubringen, die dann in die Kleingruppenarbeit einfliessen.<\/p>\n<p>Die Projektwoche beginnt mit einem Input zur Geschichte des Fernsehens und einem Austausch \u00fcber die eigene Medienbiografie. Hier sollen aktuelle politische Ereignisse und deren Wahrnehmung in den Medien die Grundlage einer Reflexion zur Manipulation in den Medien dienen. Es findet eine Analyse der verschiedenen bewussten und unbewussten Manipulationstechniken statt. Genutzt wird u.a. die 2010 von der Bundeszentrale politische Bildung herausgegebene DVD \u201eKrieg in den Medien\u201c.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fclerInnen entscheiden sich anschlie\u00dfend f\u00fcr einen der vier thematischen Schwerpunkte:<\/p>\n<p>1. Entstehung des Massenmediums in den 60er Jahren<\/p>\n<p>In den sechziger Jahren wurde das Fernsehen zum Lebensmittelpunkt deutscher Familien. Gepr\u00e4gt ist die Zeit aber auch vom \u201eKalten krieg\u201c, der auch im fernsehen gef\u00fchrt wird. Thilo Koch setzte sich in \u201eDie rote Optik\u201c ideologiekritisch mit dem Fernsehen in der DDR auseinander. Im direkten Duell wiederum pr\u00e4sentierte Karl Eduard von Schnitzler in seiner Sendereihe \u201eDer schwarze Kanal\u201c Sendungsausschnitte des Westdeutschen Fernsehens, die Schnitzler aus sozialistischer Perspektive kritisch kommentierte. Der Ost-West-Konflikt setzt sich fort bis in die 80er Jahre. Auch bei der deutschen Revolution 1989 ist das Fernsehen dabei. Auf der einen Seite werden die \u201egoldenen\u201c Seiten des kapitalistischen Westsystems gepriesen, auf der anderen wird den Regimegegner in der DDR eine \u00f6ffentliche Plattform geboten, die sie auch vor Repressionen sch\u00fctzte.<\/p>\n<p>2. Gegen\u00f6ffentlichkeit der 70er und 80er Jahre<\/p>\n<p>Offene Kan\u00e4le entstanden aus einer emanzipatorischen Haltung, bei der Medienkompetenz nicht nur bedeutet, ein Fernsehger\u00e4t bedienen zu k\u00f6nnen. Vielmehr sollten die B\u00fcrger selbst wissen, wie Rundfunkmedien funktionieren und mit eigenen Sendungen zur Meinungsvielfalt beitragen. B\u00fcrger nutzen diese Kan\u00e4le, um eine Gegen\u00f6ffentlichkeit zu den dominierenden Fernsehanstalten zu schaffen. Interessanterweise l\u00e4sst sich hier eine Br\u00fccke in die Gegenwart schlagen, wenn man sieht, wie viele politische Initiativen sich des Internets bedienen, um \u00fcber Livestreams oder Videoplattformen eigene Inhalte zu verbreiten.<\/p>\n<p>3. Von \u201eBig Brother\u201c zur \u201eScripted Reality\u201c<\/p>\n<p>Ende der 90er Jahre steigt das Bed\u00fcrfnis nach Authentizit\u00e4t im Fernsehen. Doch zumeist sind es Pseudo-Dokus, die vor allem am Nachmittag in den Wohnzimmern laufen. Die Geschehnisse sind per Drehbuch geplant. Vor allem Kinder und Jugendliche halten die auf maximalen Effekt konstruierten TV-Serien tats\u00e4chlich f\u00fcr ein Abbild der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>4. Fernsehen der Zukunft<\/p>\n<p>Das Fernsehger\u00e4t verschmilzt konkurriert heute immer st\u00e4rker mit anderen Medien, insbesondere dem PC oder den Tabletcomputern. Gerade das iPad und \u00e4hnliche Ger\u00e4te fungieren als \u201eSecond Screen\u201c auf dem neben dem herk\u00f6mmlichen TV-Ger\u00e4t Informationen zur laufenden Sendung abgerufen werden oder in die Diskussion mit anderen Zuschauern getreten werden kann. Immer verbreiteter wird das Streaming von Sendungen, das durch entsprechende Angebote der Sender eine gezielte Auswahl des Programms zul\u00e4sst, unabh\u00e4ngig von Sendezeiten. Es besteht die Gefahr, dass damit nur noch der eigenen politischen Richtung entsprechende Inhalte konsumiert werden und die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen und damit auch der gemeinsame Austausch \u00fcber gesellschaftliche Prozesse entf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Die Teams unterhalten sich mit ExpertInnen, recherchieren in alten Fernsehaufzeichnungen und f\u00fchren Interviews auf der Stra\u00dfe: Was glauben die Leute, wie gro\u00df ist die \u201eMacht der Medien\u201c? Wie stark vertrauen sie den Informationen der Fernsehredaktionen? Aus den recherchierten und gedrehten Materialien entstehen Spielszenen, die mit echten Interviews kombiniert werden. Jedes Team schneidet daraus einen 10 &#8211; 15 min\u00fctigen Film \u00fcber ihr Thema.<\/p>\n<p>In einer eigenen Fernsehsendung am letzten Projekttag bei ALEX TV werden die Ergebnisse pr\u00e4sentiert und kommentiert. Die Sch\u00fclerInnen gestalten nach einer kurzen Einf\u00fchrung die komplette Sendung selber, besetzen die Rollen der Aufnahmeleitung, des Bildschnitt und der Kamera. In einer moderierten Magazinsendung werden die Filme der Themengruppen pr\u00e4sentiert und durch eingeladene G\u00e4ste und ExpertInnen kommentiert.<\/p>\n<p>Aus der Aufzeichnung der Sendung bei ALEX TV wird eine DVD produziert, die sowohl die TeilnehmerInnen erhalten, als auch interessierte Schulen und Bildungseinrichtungen, die die Filme als Input f\u00fcr Diskussionen zum Thema \u201eGeschichte des Fernsehens\u201c und \u201eMedienmanipulation\u201c nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/r0q1assRcog?rel=0\" width=\"640\" height=\"360\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/CB8rk4OF16Q?rel=0\" width=\"640\" height=\"360\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Die Projektwoche wird durch die <a href=\"http:\/\/www.mabb.de\">Medienanstalt Berlin-Brandenburg<\/a> im Rahmen des Projekts &#8222;Glaubw\u00fcrdigkeit des Fernsehens&#8220; gef\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Projektwoche zum kritischen Umgang mit Medien 24.-28. 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